Spiritueller Impuls: Gleichberechtig WERTvoll

IMPULS

„Warum hängt eigentlich alles an mir? Und wird das, was ich einbringe, eigentlich vom andern gesehen und wertgeschätzt?“

In stressigen Zeiten kommt diese Frage fast zwangsläufig auf. Da geht es um die Arbeit, die ganz konkret zu tun ist und von der ich mich überfordert fühle. Und zusätzlich um das Gefühl, damit allein zu sein und nicht gesehen zu werden. Nach meiner Erfahrung wiegt das fast noch schwerer und zermürbt die Beziehung zum Partner, von dem man sich eigentlich erhofft unterstützt und gesehen zu werden.

In der Bibel lesen wir: Einer trage des anderen Last

Da geht es einerseits um konkrete Hilfe und Unterstützung. Etwas tun, dass die Last den anderen leichter wird. Anpacken. Sich einbringen. Nachfragen: Was kann ich tun, dass dein Päckchen leichter wird.

Aber manchmal ist das gar nicht so leicht. Da muss ich erst mal verstehen, warum belastet dich das? Vielleicht hängt es mit deiner Arbeit zusammen, die ich gar nicht so gut kenne. Oder du hast das Gefühl: egal wie sehr ich mich anstrenge, ich komme hier nicht weiter. Vielleicht auch die Erfahrung, ich kann nicht mehr so wie früher, meine Kräfte schwinden, meine Nerven liegen blank…

Da hilft dann nicht tun, sondern zuhören. Auch nicht gleich einen Ratschlag bereit halten, sondern eher Geduld. Manchmal muss man sich erst sortieren, um wieder klarer zu sehen: was ist meine Aufgabe und wo kann und sollte ich „Nein“ sagen.

Und es gibt die Situationen, die einfach schwierig bleiben: Wenn ein Kind eine schwierige Phase hat. Wenn ein Angehöriger eine schwere Behinderung oder Krankheit hat. Wenn jemand mit psychischen Problemen zu kämpfen hat.

Die meisten tun sich schwer damit, solche Probleme, die unlösbar erscheinen, anzusprechen. Man bleibt allein damit, was zur Folge hat, dass sie nicht mehr gemeinsam getragen werden können.

Für mich ist in solchen Momenten das Wort Jesu:

„Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe verschaffen“

Eine Einladung, meine Last bei ihm abzuladen. Meinem Herzen Luft zu verschaffen. Natürlich wird dadurch das Problem nicht gelöst. Aber vielleicht gewinne ich eine neue Perspektive, vielleicht passiert etwas, das ich nicht erwartet hätte – und so kommt wieder Hoffnung und neue Kraft. Das kann ich alleine tun – ich kann es auch mit meinem Partner/meiner Partnerin tun.



Mechthild Alber

Bildquelle: Jared Rice auf Unsplash.com